Orthomolekulare Medizin

Der Begriff "Orthomolekular" kommt aus dem griechischen und lateinischen und bedeutet "die richtigen (orthos) Bausteine (Molekül)". Mit diesem Begriff ist in der heutigen komplementären Medizin der sinnvolle Einsatz von über 40 lebensnotwendigen Vitalstoffen gemeint. Vitalstoffe - das sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle (lebensnotwendige, aber vom Organismus selbst nicht produzierbare) Fettsäuren. Letztlich kann man aber auch die Aminosäuren als entscheidende strukturelle und funktionelle Bausteine hier mit einbeziehen.

Es war kein Geringerer als der zweifache Nobelpreisträger (er erhielt den Chemie- und den Friedensnobelpreis) Linus Pauling, der den Begriff der Orthomolekularen Medizin geprägt hat. Sie ist nach seiner Auffassung "die Erhaltung guter Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch die Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind". Pauling ging davon aus, dass eine ausreichend mit Vitalstoffen durchsetzte Ernährung heutzutage kaum noch möglich sei. Züchtung, Transport, Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel bewirke eine Reduktion der ursprünglich vorhandenen Vitalstoffe auf z.T. verschwindend geringe Mengen. Daher sei eine zusätzliche Gabe dieser Stoffe in entsprechend hohen Dosierungen für die Erhaltung der Gesundheit zwingend erforderlich.

Auf dem "Markt" gibt es viele Anbieter von Vitalstoffmischungen, die "Alles an Vitalstoffen", aber das leider in wenig sinnvollen Mengen und/oder Kombinationen enthalten. Das ist nach unserer Meinung ein Umgang mit der Orthomolekularen Medizin, der ihr nicht ernsthaft gerecht wird. Es macht schon unbedingt Sinn, Vitalstoffe nur bedarfsorientiert, also der korrekten Diagnose bzw. Mangelsituation entsprechend einzusetzen und dabei darauf zu achten, dass nicht Kombinationen zur Verwendung gelangen, deren Inhaltsstoffe sich gegenseitig behindern. Zudem dürfen wir auch nicht vergessen, dass eine Überdosierung bestimmter Vitalstoffe auch erhebliche gesundheitliche Störungen verursachen kann. Bei einem gezielten, sinnvollen Einsatz helfen uns teilweise spezielle (aber leider teure) Laboruntersuchungen und die Applied Kinesiology weiter. Hierüber lässt sich nicht nur der konkrete Mangel/Bedarf sondern auch die erforderliche Zeitspanne der erforderlichen Substitution gut beurteilen.

Orthomolekulare Therapie hat sich mittlerweile in vielen Bereichen etabliert - sei es zur ergänzenden Behandlung von sog. "konsumierenden" Prozessen wie Krebs- oder Autoimmunerkrankungen oder zur Stärkung des Organismus bei besonderen Beanspruchungen, z.B. durch Sport oder schädigende Umwelteinflüsse.

Weder die Kosten für die erforderliche Diagnostik noch für die gezielte Substitution (wenige Krankheitsbilder ausgeschlossen) werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen; Orthomolekulare Medizin ist also eine Selbstzahlerleistung, die wir nach der GOÄ berechnen müssen.