"Um eine Disharmonie wieder auszugleichen, ist eine Diät die erste und wichtigste Maßnahme. Erst wenn diese Maßnahme keinen Erfolg zeigt, sollte man Arzneien verwenden." So die Aussage eines berühmten chinesischen Arztes aus dem 14. Jahrhundert. Könnten wir uns in der westlichen Schulmedizin doch ein wenig stärker mit diesem Prinzip identifizieren!
Natürlich haben auch wir "westlichen Menschen" unsere Diätetik. Sie zielt vor allem auf eine quantitative Beurteilung der Nahrung bzw. der einzelnen Nährstoffe ab. Gerade Sportler kennen dies aus den vielen widersprüchlichen Aussagen hinsichtlich ihres Bedarfs an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.
Im Mittelpunkt der chinesischen Diätetik steht hingegen die qualitative Wirkung der Nahrung auf den gesamten Menschen. Die wichtigste Aufgabe der Chinesischen Diätetik und natürlich auch der Chinesischen Phytotherapie ist der fortlaufende Aufbau bzw. die fortlaufende Regeneration der Grundsubstanzen, insbesondere der Lebensenergie Qi, des Blutes Xue und der Körpersäfte Jin-ye. So etabliert die Akupunktur mittlerweile auch bei uns ist, alleine kann sie wohl kaum die Aufbau- bzw. Regenerationsleistung bei sog. Mangeldisharmonien leisten.
Disharmonien können auf Mangel, Blockierung oder Überfülle von Grundsubstanzen mit typischen thermischen (Überhitzung, Unterkühlung), geschmacklichen (metallisch, salzig …), wirkrichtungsbezogenen (Durchfall, Schwitzen, Erbrechen) Symptomen basieren, die zudem auch noch einem bestimmten Funktionskreis/Element (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) zugeordnet werden. In der TCM richten sich auch Nahrungsmittel und Heilkräuter nach diesem Prinzip. Temperaturverhalten (wärmend, kühlend), Geschmack (süß, sauer, bitter, salzig, scharf), Funktionskreisbezug (s.o.) und Wirkrichtung (auf-/absteigend, schwebend) sind die Schlüsselbegriffe, nach denen das Nahrungsmittel charakterisiert und eingeordnet wird.
So können gezielt für jedes Disharmoniemuster, für jeden Beschwerdekomplex die Heilung fördernde Nahrungsmittel empfehlenswert, andere das Beschwerdebild nährende Nahrungsmittel hingegen "verboten" sein.
Idealerweise wird eine Chinesische Diätetik von einer Chinesischen Phytotherapie im Sinne synergistischer Effektnutzung begleitet. Beide Methoden bieten wir in unserer Praxis als Selbstzahlerleistungen an.