Akupunktur

Lange Zeit von der reinen Schulmedizin als Suggestions- bzw. als Placebotherapie disqualifiziert hat die Akupunktur mit der Anerkennung durch die gesetzliche Krankenversicherung bei bestimmten Indikationen einen wohl nicht mehr aufzuhaltenden Siegeszug begonnen.

Gibt man sich nur die Mühe, für das zugegebenermaßen für uns westlich denkende Menschen ausgesprochen unwissenschaftlich anmutende eher philosophische Konstrukt der Traditionellen Chinesischen Medizin Parallelen in unserer wissenschaftlich fundierten modernen Medizin zu finden, so wird man auch fündig.

Basieren in der TCM alle Beschwerden und Krankheiten - also auch Schmerzen - auf einer Störung des Flusses der Lebensenergie Qi so kennen wir in der westlichen Medizin recht genau die physiologischen Vorgänge der "neuronalen Übertragung" von Schmerzen vom "Schmerzfühler" im Gewebe über Nervenfasern und Rückenmark hin zum Zwischen- und Großhirn. Die TCM beschreibt den Energiefluss auch in definierten Energiebahnen, den sog. Meridianen. Auf diesen finden wir die Akupunkturpunkte, mit deren Hilfe ein gestörter Energiefluss reguliert und korrigiert werden kann. Parallel zu dieser Betrachtung weiß die westliche Medizin um die Beeinflussbarkeit der Schmerzübertragung an allen Zwischen-stationen vom "Schmerzfühler" bis zum Gehirn.

Zumindest die Effekte der Akupunktur auf Schmerzen lassen sich heute auch wissenschaftlich gut belegen: Im Rückenmark und Mittelhirn werden durch die Akupunktur Hormone freigesetzt, die Schmerzweiterleitung unterdrücken, im Zwischenhirn Hormone ausgeschüttet, die die Freisetzng von körpereigenem Cortisol - entzündungshemmend - bewirken. Genau diese Wirkweisen lassen sich durch das Setzen und Stimulieren von Akupunkturnadeln gezielt beeinflussen. So kann die Ausschüttung der körpereigenen Substanzen Schmerzen lindern, das Immunsystem stimulieren und allgemein beruhigend wirken. Letztlich lassen sich so sogar die positiven Wirkungen der ansonsten nebenwirkungsfreien Akupunktur auf Entzündungen, Allergien und Störungen des vegetativen Systems wissenschaftlich erklären.

Aktuell übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Akupunktur nur für eine beschränkte Anzahl von Therapiesitzungen bei Vorliegen der Indikationen "Lendenwirbelsäulen bzw. Kniegelenkschmerz". Die Abrechnungsvoraussetzungen sind in unserer Praxis gewährleistet (Akupunkturvollausbildung, schmerztherapeutische und psychosomatische Ausbildung). Außerhalb der gesetzlichen Regelung bieten wir die Akupunktur - sowie Chinesische Diätetik und Chinesische Phytotherapie - als Selbstzahlerleistung an.